Die rätselhafte Riesenkralle
1983 stieß man in England auf eine merkwürdige Klaue. Sie war geradezu riesig, gebogen und gehörte zu einem Theropoden, einem zweibeinigen fleischfressenden Dinosaurier. Als der Amateurpaläontologe William Walker die Überreste dieses Dinosauriers fand, konnte er nicht erahnen, dass dieser Fund, zu einem des am meisten diskutiertesten prähistorischen englischen Tiere führen würde. Er gab dem Fund den Namen "Baryonyx walkeri" (Walkers schwere Klaue), und bald darauf begannen die Debatten darüber, zu was diese Waffe zu gebrauchen war. Baryonyx war 8m bis maximal 12m lang und besaß einen länglichen Kopf. Außerdem besaß sein Kiefer auffällig viele Zähne. Seltsam war ebenfalls, dass Baryonyx sowohl auf vier alsauch auf zwei Beinen laufen konnte, normale Theropoden sind ausschließliche Zweibeiner . Bald stellte sich heraus, Baryonyx lebte an Gewässern, dies liess sich aus dem Mageninhalt des Dinosauriers schließen: Er enthielt Fischschuppen. Darauf hin, machte sich die Theorie populär, Baryonyx hätte mit der Klaue Fische aus dem Wasser geworfen, ähnlich wie heutige Grizzly-Bären. Doch es gab noch mehr: Andere sahen den Baryonyx als Jäger, der andere große Dinosaurier fraß. Einige wenige stellten ihn als eher langsame Aasfresser dar, der seine Klaue dazu benutzte, Kadaver aufzureißen, und seine Größe dazu nutzte anderen Jägern die Beute streitig zu machen. Außerdem gab es abstruse Vermutungfen, die besagten, Baryonyx wäre auf dem Grund von Seen geschwommen und nutze die Klauen um sich am Boden zu verkeilen.Doch nach weiteren Forschungen und Vergleichen setzte sich die erste Theorie durch. Die vielen spitzen Zähne und der lange Kiefer waren perfekt dafür geeignet, Fische zu packen. Die glatte, gebogene Klaue konnte leicht einen Fisch erfassen und davon gab es wohl genug. Baryonyx´ Rätsel ist also gelöst, scheint es. Doch es gibt sicher noch mehr über ihn zu erfahren. Baryonyx gehörte zu der Gruppe der Spinosaurier, die allesamt bestimmte Anpassungen an den Fischfang entwickelten.
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