Der vergiftete Buriganga-Fluss
Wieder mal ist ein Fluss bis auf das Letzte verschmutzt worden. Diesmal ist es der Buriganga, einer der wichtigsten Flüsse in Bangladesh. Innerhalb von wenigen Jahren hat sich die Stadt Dhaka, zu einer Metropole entwickelt, 12 Mio Menschen leben dort. Das hatte folgen für den Fluss der durch die Großstadt fließt. Der Buriganga wurde durch Schadstoffe und Abfälle enorm belastet, ihren Höhepunkt, hat die Verschmutzung wohl immernoch nicht erreicht. Hauptsächlich sind Gerbereien für das geradezu sündhafte füllen des Flusses mit schädlichen Stoffen verantwortlich. Die meisten Industrien in der Stadt pumpen ihre Abwässer in den Strom, und das hat folgen: Fische sind dort schon lange ausgestorben, das Ökosystem ist zusammengebrochen, Fischer werden arbeitslos. Der Fluss ist derart vergiftet, dass das Baden in ihm höchst gesundheitsschädlich ist. Schwarze Schaumkronen zieren die Wellen, und es schwimmen unzählbar viele Plastiktüten und anderer Müll im Wasser. Messungen ergaben, dass sich auf dem Grund eine bereits meterdicke Schicht aus giftige Materialien angesammelt hat. Dickflüssig soll das Wasser erscheinen, wie eine Art Gel.
Es ist höchste Zeit zu handeln, so sieht das auch die gerichtliche Instanz in Dakah. Allein durch den ekelhaft stinkenden Geruch wäre das Stadtleben unerträglich geworden, es müssen Verbote her. Und die kommen bald. Ein Beispiel: Gerbereien haben ab dem Sommer nächsten Jahres ihre Abwässer gründlich durchzuklären, sonst droht sogar die Schliessung des Betriebs.