Exotik im Gartenteich

Veröffentlicht auf von Meeresbucht-Team

Die Drachen der heimischen Gewässer
Sie sind klein und bewohnen unbemerkt Süßwasserseen der Nordhalbkugel: Molche. Die Schwanzlurche kommen auch bei uns vor, doch werden sie wenig geachtet, viele wissen gar nicht, dass es sie überhaubt bei uns gibt. Schluß damit: Die Meeresbucht informiert über die kleinen Wasserdrachen, ihre Lebensweise und Verwandtschaft, sowie über akute Bedrohungen. Außerdem geben wir Tipps, wie man selbst auf Molchsuche gehen kann.
Die meisten unserer Molchbilder wurden uns von Christoph Bork zur Verfügung gestellt und sind Copyright, sie sind extra gekennzeichnet.                                                    

Liste der Molche zu denen bereits eine genauere Beschreibung besteht, weitere Informationen gibt es in der  Molchgalerie.
      
Bergmolch      








 

Was ist ein Molch?

Diese Frage klingt einfach, ist sie aber nicht. Molche sind Schwanzlurche, das ist das einzige was sie gemeinsam haben. Die Schwanzlurche bestehen aus verschiedenen Familien. Da wären die echten Salamander, da denkt man, soso Salamander, doch viele Molche gehören zu dieser Familie. Auch die lungenlosen Salamander, eine sehr artenreiche Familie, deren Mitglieder ihren Sauerstoff durch die Haut aufnehmen, haben einige Molche zu bieten. Was macht einen Molch denn nun zum Molch, so, dass Molche in Lurchfamilien auftreten die kaum miteinander verwandt sind? Ihre Lebensweise! Alle Molche haben eines gemeinsam: Sie leben während der Paarungszeit im Wasser und bilden spezielle Anpassungen aus. Faustregel also: Ein Molch ist ein Schwanzlurch der sich im Wasser paart und dort während der Paarungszeit verweilt, außerdem bildet er einen Ruderschwanz (Flossensaum) aus. Deshalb gibt es in eigentlich jeder Schwanzlurchfamilie Molche, die untereinander nicht verwandt sind, sie bilden keine eigene Familie. Zuletzt noch die Gegenfrage: Was ist ein Salamander? Eine Amphibienart der Schwanzlurche die sich terrestrisch fortpflanzt! und deshalb haben wir in der Meeresbucht mit denen auch nichts zu tun!

Wo findet man Molche und wie fängt man sie?
Das kommt darauf an wann und welchen Molch man sucht. Wenn man den oben gezeigten Bergmolch in den Wintermonaten sucht muss man schon Glück haben: Wie alle einheimischen Molche verkriecht er sich zur Winterruhe unter Steinen und in morchem Holz. Dort sollte man ihn auch nicht stören, so eine Ruhestörung ist im Winter stressig für den Molch. Der Sommer ist die beste Zeit auf Molchsuche zu gehen. Je nach Art findet man sie an verschiedenen Orten. Sie alle bevorzugen schattige Stehgewässer in Waldesnähe. Doch nicht jeder Teich ist auch bewohnt, auf Anhieb findet man selten etwas, vielleicht muss man auch nur ein zweites mal Hinschauen um auf Molche zu stoßen. Mit einem Kescher geht man am besten auf Molchsuche. Wenn ein Exemplar im Netz ist, einfach in einen Behälter mit Wasser, am besten aus demselben See, geben. Beim Keschern werden aber nicht nur Molche gefangen. Ziemlich vieles ist in heimischen Seen zu finden, sodass man vielleicht keinen Molch aber eine große Libellenlarve fängt, man wird wenn man ordentlich sucht sicher irgendetwas interessantes finden. Wenn man dann aber einen Molch entdeckt hat, kann man sicher sein, dass noch mehr sich in dem Gewässer herumtreiben, schliesslich versammeln sie sich ja zur Paarung. Molche können ruhig auch auf die Hand genommen werden, bei uns leben keine giftigen Arten, aber sollte man vorher die Hände anfeuchten und das Tier nicht zu lange halten. Kleiner Tipp: In der Nacht und Dämmerung sind die Molche am aktivsten (aber auch am Tag kann man mit seiner Expedition selbstverständlich Erfolg haben) , wenn ein Teich mit klaren Wasser gefüllt ist, kann man dann mit einer Taschenlampe etwas in die Tiefe leuchten und entdeckt oft mehr als tagsüber, denn auch andere Teichbewohner sind nun etwas lebeniger. Wie bereits gesagt gibt es für das Vorkommen von Molchen keine 100%ige Garantie. Je nach Region sind bestimmte Arten häufiger oder kommen gar nicht vor. Also: Entweder man macht selbst seine Erfahrungen (Wenn man in einem Sommer einen molchreichen Teich entdeckt hat kann man sicher sein, dass die Tiere ihn auch das nächste Jahr wieder aufsuchen), informiert sich bei Naturschutzorganisationen oder man erkundigt sich bei anderen Sachkundigen. Wer nähere Infos braucht, dem helfen wir gern und allen anderen die sich auf die Suche nach Molchen machen, denen wünschen wir viel Erfolg! ( Der Kommentar von frau-doktor ist berechtigt, man sollte sich gerade paarende oder balzende Molche nicht fangen, und mitnehmen um sie als Haustier im eigenen Teich zu halten schon gar nicht!!!)



Der kleine Molch-Teich zum selbermachen

Interesse selbst Molche im Garten zu beobachten? Hier eine Schnellbauanleitung für den kleinen oder größeren Molchteich:

- 1 Plastikschüssel oder Teichbecken (Baumarkt), ca. zwei Quardratmeter oder mehr
- Sand-, Kies- oder Substratboden
- ausreichend Wasserpflanzen (Großteil bewachsen)
- Steine in unterschiedlichen Größen

Aufbau:
Nun, wie ma halt einen Teich baut: Ein Loch ausheben, welches groß genug für den Teichboden ist, jenes mit Süßwasser füllen, Boden einfüllen und bepflanzen (Das kann eine heiden Arbeit sein!) Und wie finden die Amphibien zum Teich und nehmen ihn an? Es ist nie 100% sicher, ob ein Amphieb den Teich annimmt und ihn jährlich besucht. Wenn der Teich höhere Chancen haben will, dann sollte er einige dieser Kriterien erfüllen:

- Er liegt in Waldesnähe
- Er ist z.T. schattig oder kühl
- Er enthält wenige oder keine Fische ( oder die Fische bewohnen andere Regionen  des Teichs)
- Es herrscht keine starke Strömung
- Er muss den Amphibien genügend Nahrung bieten, kein steriler Teich

Je mehr Kriterie erfüllt sind desto besser. Doch auch wenn es keine Molche sind, in einem Gartenteich finden sich immer überraschende Tiere und er ziert jeden Garten.

Veröffentlicht in Amphibien

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
T
<br /> hallo bin gerade auf den articel aufmersam geworden. fande ihn sehr interesant. war selber mal vor 10 jahren in indien habe dort eine rundrise mit bahn,zug gemacht. es war ein erlebnis was mich nie<br /> wieder loslassen wird . dort habe ich ein inder kennen gelernt der auch ein teich hatte. wunder schön . ach mit keinen tierchen und wunder schönen gewächsen einfach fantastisch. wollte ich nur mal<br /> kunttun.<br /> <br /> ted<br /> <br /> <br />
Antworten
D
<br /> Vielen Dank das du unsere Seite besuchst ,vielen dank .Ich hoffe auf weitere Kommentare.<br /> <br /> <br />
K
Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Nen Freund ist fast fertig mit seinem Garten-teich, werde ihm mal die Infos weiterleiten.<br /> <br /> Viele Grüße
Antworten
D
<br /> <br /> Dann wünschen wir deinem Freund mal viel Erfolg! Danke für deinen Besuch!<br /> <br /> <br /> <br />
J
Na, das ist schon überzeugender, grins
Antworten
D
<br /> Nichts geht übers ständige Bearbeiten <br /> <br /> <br />
J
Na, das klingt ja ganz einfach. Wo nehme ich jetzt nur die Schüssel her, grins
Antworten
D
<br /> Wir haben es nochmal ausführlicher beschrieben.<br /> <br /> <br />
F
wir hatten im letzten jahr einen bergmolch in der regentonne! keine ahnung wie er da rein kam, aber raus gefunden hat er nicht. habe ihn dann in den teich gesetzt.<br /> <br /> das mit dem molche fangen würde ich lassen, denn zum einen sind sie geschützt und, wer lässt sich schon gerne beim liebesspiel stören.<br /> <br /> für das aquaterrarium mit grossem landteil eignen sich übrigens die feuerbauchmolche (cynops) oder die grünlichen wassermolche (notophthalmus).<br /> <br /> hatte ich beide schon und mit etwas geduld bekommt man sie soweit, dass sie das futter von der pinzette nehmen.
Antworten
D
<br /> Ja, dass wissen wir nur zu gut, mit Cynops pyrroghaster haben wir schon eigene Erfahrungen gemacht und tuen es immer noch. Mit dem Kommentar hast du recht, wir haben den Artikel geändert.<br /> <br /> <br />