Aufgeblasene Kröten: Wählerische Weibchen

Veröffentlicht auf von Das Meeresbucht-Team

Es kommt froggydarb.jpgeinem etwas wie ein Horrorszenario vor. Aus Südamerika für einen guten Zweck herausgenommen und in das heimische Ökosystem eingeführt, bereuen die Australier mittlerweile ihre eingeschleppten Schädlingsbekämpfer. Ja, eigentlich war die Agakröte dafür zuständig die Felder und Plantagen vor Käfern zu schützen, doch der Hunger der bis zu 20cm langen Amphibie konnte von der mageren Kost nicht gestillt werden. Die Kröten filen über Städte her und besetzen alle Gewässer die sie finden können, ihr tödliches Gift macht sie für die meisten andere Tiere und Gärtner die grade nichts zur Hand haben unangreifbar, die Ohrdrüsen der Tiere produzieren das Toxin, was auch nach dem Tod der Kröte noch wirkt. So kann eine durch die Kröte getötete Schlange von einem Waran gefressen werden der an den Folgen stirbt, und ein Dingo der an dem Waran-Kadaver frisst erleidet noch das gleiche Schicksal. Es gibt zwar Arten die sich angepasst haben, und sogar die Kröten jagen, doch sie sind weit in der Unterzahl.

Die Kröten sind in ihrer neuen Heimat weitaus erfolgreicher als in Südamerika wo sie zahlreiche Feinde zu fürchten haben. Sie sind dafür verantwortlich, das regional und sogar territorienübergreifend das Ökosystem gestört oder zerstört ist. Einzelne Kleinbeutlerarten haben dank den Kröten nur noch wenige Rückzugsrefugien, den die Amphibien fressen neben Säugern auch andere Amphibien, Schlangen Echsen, Vögel und Wirbellose.

Die Kröten genossen eine Blitzevolution, ihre Beine wurden länger um weitere Strecken zurücklegen zu können, da die meisten Reviere bereits von Artgenossen besetzt wurden. Aber der Triumpf über Australien hat auch Nachteile große Kröten haben mittlerweile mit Rückenschmerzen zu kämpfen weil ihr Rückgrad dem allen nicht gewachsen ist.

Hier hat der Mensch einer Art geholfen und tausende in die Verdammnis geführt wenn man es mal hart ausdrückt. Ein australisch-niederländisches Forscherteam befasste sich nun genauer mit dem Paarungsverhalten der Kröten. Während der Laichzeit sind alle Stehgewässer von Kröten nur so angefüllt, die größeren Weibchen werden von zahlreichen Männchen umringt, jeder will sich paaren und seine Gene weitergeben. Das Weibchen will auch nur das beste für den Nachwuchs und das was die meisten Amphibien mit ähnlicher Lebensweise tun, sie suchen sich das stärkste und größte Männchen damit der Nachwuchs optimale Überlebenschancen besitzt. Nur sind die kleinen Männchen meist in der Überzahl und sobald ein Weibchen gefunden ist klammern sich Männchen an ihm fest. Kleine Männchen können erstaunlich hartnäckig zupacken, so dass es den Kontrahenten nicht gelingt den kleinen Nebenbuhler wieder vom Weibchen herunter zustoßen. Irgendwann ist die Bedrängung des wenn auch kleinen Männchen auf das Weibchen so stark dass es ablaicht und das er die Eier die in langen Schnüren liegen mit seinem Samen befruchtet. 

Doch das oben beschriebene Szenario kommt nur relativ selten vor, wenn ein Weibchen einen "Freier" los werden möchte bläht es sich auf, der Kugelrunde Körper bietet den kleinen Männchen keinen Halt, die größere Konkurrenz stößt sie herunter. Wenn das Weibchen sicher ist das richtige Männchen zu haben laicht es mit ihm.

Dieser Trick der natürlichen Auslese wirkt sich auf die Krötenpopulation natürlich noch einmal besonders gut aus, die Forscher vermuten das auch andere Froschlurche ähnliche Techniken beherrschen

Dass der Siegeszug der Kröten in Australien weitergeht ist schon beinahe sicher. Obwohl man nächtlich tausende Tiere fängt, sogar in einigen Ortschaften Prämien ausgesetzt sind, der Bestand wächst unbeirrt weiter.

(Bild by Froggydarb)

Veröffentlicht in Amphibien

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Joachim Hantke 01/12/2010 11:14


Na, ein Glück!


Das Meeresbucht-Team 01/12/2010 22:38


 Sehe genauso


Joachim Hantke 01/10/2010 10:04


Da sieht man mal wieder: Mann soll die Tiere in ihrem Lebensraum belassen, wo sie hingehören. Könnte die Aga-Kröte auch in Europa heimisch werden?
Liebe Grüße
Joachim


Das Meeresbucht-Team 01/10/2010 21:52


Theoretisch schon aber ich denke nicht das es hier genug nahrung für die Riesenkröten gibt, in der Karibik sind sie übrigens auch schon gelandet hier die gleichen Konsequenzen wie in Australien


Juergen 01/09/2010 23:21


Der Mensch hat es mal wieder versaut, wie so oft schon.....


Das Meeresbucht-Team 01/10/2010 21:52


Genau und wir lernen nichts draus!