Regenerationstalent

Veröffentlicht auf von Das Meeresbucht-Team

Die Hydra ist eine bekannte Gestalt aus der griechieschen Sagenwelt, ein vielköpfiges, drachenähnliches Ungetüm, das nahe der Stadt Laerna haust, und welches seine Köpfe, falls diese verletzt werden, wieder erneuert. Doch auch in der Realität existieren Hydras, sogar im Gartenteich oder Aquarium. Nur sind sie mit wenigen Zentimetern Größe nicht so massig, aber mindestens genauso beeindruckend wie ihr mythologischer Namensvetter. Hydra ist ihr lateinischer, Süßwasserpolyp ihr deutscher Name. Sie sind weltweit in geeigneten Süßwassergewässern anzutreffen, und gehören zu den Nesseltieren, in die Verwandtschaft der Quallen. Wie diese besitzen auch die Mini-Hydras Nesselzellen, die dazu dienen, ihre Beute zu betäuben oder zu töten, auf den Menschen hat das Toxin jedoch keinen Einfluss. Das außergewöhnlichste an den Süßwasserpolypen ist jedoch ihre Regenerationsfähigkeit, die sie von jedem Lebewesen auf dem Planeten unterscheidet: Sie ersetzen Zellen stetig durch neue, indem sich Stammzellen teilen. Bei Verletzungen, aber auch bei Gesundheit, so dass die Hydra also so gut wie nicht altert, nach nur 5 Tagen hat sie sich vollständig regeneriert. Deshalb wurde der Polyp auch nach der Sagengestalt benannt. Wenn man es ganz genau nimmt, kann eine Hydra also durch die ständige Regeneration, auch von Nervenzellen, unendlich alt werden, auch wenn das unglaublich erscheint. Selbst wenn man den Polypen teilt oder zerstückelt, er tut das unmögliche und setzt sich wieder zu einem Organismus zusammen. Dadurch wurde der Polyp zu einem begehrten Forschungsobjekt, Wissenschaftler wollen diese sagenhafte Regeneration entschlüsseln. Mittlerweile fand man heraus, dass der Polyp in der Lage ist, sich aus nur wenigen Zellen neu zu "erschaffen". Bioniker erhoffen sich großes von den kleinen Hydras, und vielleicht haben wir ihnen bald neue, bahnbrechende Erfindungen zu verdanken...

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Mars-Explorer 06/07/2009 01:18

Tatsächlich "unendlich" alt?! Famos! Das ist wiklich beeindruckender als so ein paar Köpfe mehr...

Das Meeresbucht-Team 06/07/2009 12:02


Will man meinen, wer weiß, was die Wissenschaft noch von ihnen lernen kann...