ZDF-Zweiteiler "Geheimnis der Wale": Ein kritischer Kommentar

Veröffentlicht auf von Das Meeresbucht-Team

Der Leser wundert sich jetzt vielleicht warum es in der Meeresbucht plötzlich eine Filmkritik gibt. Dies soll nun keine richtige Kritik darstellen, über Handlungen, Protagonisten und Regie des Films habe ich natürlich nicht zu urteilen. Ich kann nur einen kleinen Kommentar zu dem Wissenschaftlichen im Film abgeben, es lief ja auch nur der erste Teil von "Das Geheimnis der Wale" auf dem Sender ZDF, der morgige zweite Teil muss ja erst noch folgen. Da es sich in diesem Film um Wale dreht ist sein Inhalt natürlich auch Thema für die Meeresbucht. Wer sich ein Bild von dem Film machen möchte findet HIER reichlich Informationen.

Ich kann bei diesem Artikel leider nur voraussetzen dass der werte Leser den Film auch gesehen hat, bitte nicht missverstehen wenn ihnen die folgenden Zeilen sonst etwas seltsam vorkommen.

Ersteinmal wird im Film ja von einem Gasunternehmen geredet welches seine Bohrungen vor der neuseeländischen Küste betreibt/betreiben will. Das ist auch ein Fakt, in Neuseeland wird viel Erdgas gefördert, doch die Auswirkungen, insbesondere auf die Bartenwale werden etwas übertrieben dargestellt. Kaum werden einem am Anfang einige Glattwale gezeigt (Im Film als Southern Rights bezeichnet, also der englische Begriff) strandet ein Exemplar kurz danach. Bartenwalstrandungen sind extrem selten. Das liegt vorallem daran dass diese Riesen ihre Nahrung nicht mit Echoortung aufspüren. Lärmbelästigung spielt für sie nur bei der Verständigung eine Rolle. Sterben können die Giganten deswegen auch nicht. Ein solches Phänomen ist nur von Schnabelwalen, kleineren Zahnwalen bekannt.  Außerdem halten sie sich von der Küste fern.

Die Szene mit dem an Lang liegenden Glattwal ist dann wieder gelungener als die im Film abgelassene Erklärung. Auch wenn es undenkbar ist dass das Tier 30m vom Wasser entfernt eingegraben im Sand liegt, aber dies ausgelassen wird gut die Situation einer echten Walstrandung nachempfunden. Der Wal ist natürlich eine Attrappe was besonders bei der Nahaufnahme des Auges deutlich wird. Auch sonst werden im Film keine echten Wale gezeigt es handelt sich um Puppen oder 3D-Animationen. Aber mal ehrlich: Das ist doch meilenweit besser als echter Wale für den Dreh aufzusuchen.

Dass man Flossen und Parasiten der Tiere fotografiert, zumindest bei diesen bedrohten Tieren ist ebenfalls die Wahrheit.

Sonst gäbe es nur die seltsame Schlussszene wo die Protagonistin vom Schall getroffen im Wasser strampelt, ob die Auswirkungen so extrem sind hängt von der Entfernung der Druckluftkanonen ab, darüber wird im Film aber keine Auskunft gegeben.

Tatsache ist, es ist ein Film und der soll unterhalten, da kann natürlich nicht alles auf wissenschaftlicher Basis beruhen, von der sich die Handlung nun weniger weit entfernt als in anderen "Streifen", dafür ein Lob.

Für Themeninteressierte empfehlenswerter war die anschließende "Abenteuer Wissen" Reportage", die von Fakten und Ursachen für Walstrandungen berichtete.

Warten wir den nächsten Teil ab, dann gibt es natürlich auch wieder einen Kommentar und ein abschließendes Fazit.

Veröffentlicht in Film -Fernsehen und Fotografie

Kommentiere diesen Post

Joachim Hantke 01/04/2010 14:52


Finde ich sehr gut, dass in den nicht kommerziellen Sendern jetzt vermehrt solche Filme über bedrohte Arten gezeigt werden.
Liebe Grüße
Joachim


Das Meeresbucht-Team 01/05/2010 22:25


Der Fim ist gut gemeint, mir hat die Umsetzung aber nicht so gut gefallen....


Juergen 01/03/2010 23:38


Geniale Kritik, danke dir. Werde morgen auch den zweiten Teil anschauen. Der erste ging zu Lasten eines längeren Telefonates.....


Das Meeresbucht-Team 01/03/2010 23:46


Vielen Dank, war ja so zusagen meine Pflicht mir das anzusehen, mir etwas zu "kitschig"