ZDF-Zweiteiler "Das Geheimnis der Wale": Abschließender kritischer Kommentar

Veröffentlicht auf von Das Meeresbucht-Team

Gestern bereits berichtete ich über den ZDF-Zweiteiler "das Geheimnis der Wale", um nochmal Klarheit zu schaffen wiederhole ich den ersten Abschnitt des ersten Artikels (HIER):

Dieser Artikel soll nun keine richtige Kritik darstellen, über Handlungen, Protagonisten und Regie des Films habe ich natürlich nicht zu urteilen. Ich kann nur einen kleinen Kommentar zu dem Wissenschaftlichen im Film abgeben. Da sich in dieser Produktion alles um Wale dreht ist sein Inhalt natürlich auch Thema für die Meeresbucht. Wer sich ein Bild von dem Film machen möchte findet HIER reichlich Informationen. 

Ich kann bei diesem Artikel leider nur voraussetzen dass der werte Leser den Film auch gesehen hat, bitte nicht missverstehen wenn ihnen die folgenden Zeilen sonst etwas seltsam vorkommen.


Im zweiten Teil kam es ja relativ schnell zu einer Massenstrandung von Großwalen, den südlichen Glattwalen im Film unter dem englischen Begriff Southern Rights beschrieben. Gleich fünf lagen in einer Reihr eingegraben im Sand, regten sich nicht und wurden trotzdem behandelt. Hier zeigen sich wieder die Grenzen des Films trotzdem wurde die Situation wieder gut umgesetzt. Nur ist in der ganzen historischen Zeit keine Massenstrandung von Bartenwalen zustande gekommen, ich frage mich auch wieso keine Delfine oder der später gezeigte Buckelwal betroffen waren. Wenn es in der Bucht Nahrung für die Bartenwale, die sich ja wie im ersten Artikel erwähnt nur auf relativ hoher See gibt, dann ja wohl auch für kleine Zahnwale wie Delfine, darauf will ich aber nicht lange herumreiten. Was dagegen zwar spekulativ aber so weit auf Fakten beruhte war die Vorstellung der Obduktionsergebnisse der gestrandeten Wale, geplatzte Äderchen etc., das kennt man Schnabelwalen, den einzigen Walen die bisher wegen akustischen Signalen gestrandet sind., gute Recherche.

Als nächstes heikles Thema die Sache mit den Orcarufen. Orcas jagen Großwale, aber auch so ziemlich alles andere in den Ozeanen der Erde. Großwale jagende Orcagruppen sind oft nomadisch lebende Gruppen die immer weiter ziehen, sich also nicht alle an einem Ort aufhalten, ich bin kein Experte was die auf Neuseeland heimischen Orcabestände betrifft aber wenn dort nur fischfressende, also piscivore standorttreue Orcas leben stellen diese keine Gefahr für die Wale da, möglicherweise kennen die Tiere die Geräusche und wissen das sie sicher sind, jedoch ergibt sich auch die Möglichkeit das insbesondere die Buckelwale die auf ihren langen Wanderzügen auch öfters auf  nomadische Orcas treffen sie missdeuten, aber das ist nicht wichtig, theoretisch kann es funktionieren, lassen wir also diese Diskussion.

Dass man Wale mit akustischen Signalen anlocken kann ist übrigens die Wahrheit und oft bewiesen, Buckelwale singen oft gemeinsam, ob es darum geht Kontrahenten zu vertreiben oder Weibchen ein direktes Stimmduell zu präsentieren ist nicht gesichert. Hier also alles in Ordnung.

Als abschließendes Fazit: 

Ein Film der auf wissenschaftlicher Basis beruht, dem aber die Technik und/oder das Budget Grenzen setzen. Außerdem soll so ein Film unterhalten man kann ihn also nicht direkt mit einer Naturdokumentation vergleichen, das will ich noch einmal besonders in den Vordergrund stellen. Zu guter Letzt macht die Produktion aufmerksam auf ein Problem was weltweit immer größer wird, die Lärmbelastung für Meerestiere durch den Menschen, das man diese Produktion zeigt und sendet muss man allen Beteiligten zu Gute Halten.

Auch das nur zum Abschluss des Films echte Wale gezeigt, für die richtigen Dreharbeiten aber 3D-Animationen und Nachbildungen eingesetzt wurden, zeigt den guten Willen der "Macher". Oder sollte man so wildlebende Wale belasten?

Es ist und bleibt ein Film und das ist auch gut so, ein Film der Wachrüttelt und zeigt was sich zusammenbraut, ähnliches wie das dort gezeigte ist bei einem Militärübungsmanöver mit U-Booten bereits passiert, nur mit Schnabelwalen die ein anderes Verhalten zeigen aber lassen wir das mal bei Seite. Es ist alarmierend, und dieser Film, egal wie man ihn umgesetzt hat, hat dazu beigetragen dass sich hoffentlich mehr Menschen für den Schutz von Meeressäugetieren oder gesamten marinen Fauna interessieren und/oder einsetzen...

 

Veröffentlicht in Film -Fernsehen und Fotografie

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Helmi Kramer 01/05/2010 21:27


Die Folge hätte ich echt gerne gesehen. Heutzutage kommt im Fernsehen ja kaum mehr interessantes, deswegen hab ich leider vor 2 Wochen meinen Fernseher verkauft um 2010 mal etwas Geld zu sparen...
jetzt hab ich leider das Geheimnis der Wale verpasst :(


Das Meeresbucht-Team 01/05/2010 22:28



Das wird sich im Internet sicher auch online finden lassen ;)


Es wird schon viel Mist gezeigt das stimmt, ihnen ein frohes neues Jahr, auch ohne Fernseher, grins



Juergen 01/04/2010 23:35


Nochmals eine geniale Kritik!!!! Danke dir!!!


Das Meeresbucht-Team 01/05/2010 22:26


Immer wieder gerne ;)