Vogeljagd auf Malta: Illegaler Abschuß bedroht ganze Bestände

Veröffentlicht auf von Das Meeresbucht-Team

Malta ist nicht nur für Touristen insbesondere aus dem europäischem Raum ein beliebtes Ziel sondern auch für Andere einen Flugstopp wert: Zugvögel aus allen Riegen machen hier Halt, außerdem ist die Insel an sich auch schon von vielen gefiederte Bewohnern bevölkert. So kommt auf Malta alles zusammen, von Greifvögeln, über Störche und Reiher zu kleinen und großen Singvögeln und Hühnerartigen, eine fantastische Artenvielfalt, und schon seit Tausenden von Jahren Nutzen die ziehenden Vogelpopulationen die kleine Mittelmeerinseln als Stopp zum Krafttanken. Aber dieses Paradies ist auch nicht mehr das was es mal war, denn wo der Mensch auf die Natur trifft, gibt es des öfteren Konflikte, und auf dem mittlerweile Kormorandicht besiedelten Malta ist derartiges vorprogrammiert. Aber hier ist diesmal nicht die Lebensraumzerstörung oder die Umweltverschmutzung Schuld am Verschwinden der Vögel, Wilderei kann man es auch nicht nennen, wenn man einen Einheimischen fragen würde, er würde sagen es ist Sport, Nationalsport.

Auf Malta hat die Vogeljagd eine lange Tradition, aber in den letzten Jahren sie Ausmaße angenommen die nicht mehr zu dulden sind. Nachdem die Insel 2004 in die EU aufgenommen wurde, sorgten neue Richtlinien für den Schutz der Vögel, es gab nur eine Jagdsaison, der Rest des Jahres diente den Beständen sich zu erholen. Aber wie es dann so ist setzt man sich über Gesetze hinweg, immer wieder entdeckten/entdecken Mitarbeiter von Naturschutzorganisationen im Wald versteckt geschossene Vögel, besonders Greifvögel und Reiher sind betroffen, aber selbst kleine Singvögel von nur wenigen Zentimetern Körperlänge werden gejagt, einige Einheimische sind so versessen, dass sie selbst auf Schmetterlinge schießen, eine traurige Wahrheit.

In den Jahren 2008/2009 wurde festgelegt, dass die Vogeljagd nur noch unter bestimmten, strikten Vorschriften zugelassen wird, mittlerweile seltene Arten wie der Nachtreiher sind tabu, nur wenige Spezies dürfen, und das auch nur in begrenzten Maße geschossen werden. Aber wie oben genannt nützt das alles nicht viel, ca. 15.000 Jäger zählt der NABU, der deutsche Naturschutzbund der sich aktiv für die Zugvögel auf Malta einsetzt. Die Mitarbeiter der Organisation und deren Partnern wie der dortigen Vereinigung Birdlife Malta arbeiten teils unter harten Bedingungen, Gewalt und sogar Brandstiftung gegenüber den Umweltschützern sind nichts Besonderes. Trotzdem kommen die Täter immer wieder davon. 

Um es kurz zu sagen: Der NABU und seine Partner haben ein Ziel: Verschärftere Richtlinien im Punkto Umweltschutz, und der erste Schritt ist eine Petition, jeder kann mit seiner Stimme helfen, diesem sinnlosen "Sport" ein Ende zu bereiten und die noch üppige Artenvielfalt der Insel zu retten. Hiermit startet auch die Meeresbucht einen Aufruf, hier kann jeder einfach etwas bewirken, weitere Informationen und die Anmeldung zur Petition findet sich HIER, für alle Informationen nochmal kompakt auf der NABU Seite zum Nachlesen HIER klicken

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Joachim Hantke 01/25/2010 19:34


Traurig, traurig!!


Das Meeresbucht-Team 01/25/2010 20:11


 Macht richtig wütend


Joachim Hantke 01/25/2010 09:41


Auf Malta ist es wohl eine ähnliche Angewohnheit, Vögel zu jagen und als Leckerbissen zu verspeisen wie in Italien. So etwas müsste gänzlich verboten werden. Schlechter "Sport" aus
Tradition!
Liebe Grüße
Joachim


Das Meeresbucht-Team 01/25/2010 11:56


Oft werden sie nichtmal gegessen sondenr einfach geschossen und irgendwo gehortet, kranke Welt!