Artikel teilen! Schädlingsbekämpfung: Kanadareiher frisst Schnappschildkröte: Ein Schädling als Schädlingsbekämpfer: Großreiher werden mittlerweile gemein ...
Ein Schädling als Schädlingsbekämpfer: Großreiher werden mittlerweile gemeinhin als störend angesehen, schaden sie doch den
Fischbeständen insbesondere im heimischen Goldfischteich, hier genehmigt sich ein Kanadareiher jedoch einen Happen, den man in Nordamerika nicht nur als Schädling betrachtet sondern geradezu
fürchtet: Die Schnappschildkröte. Die Nordamerikanische Schnappschildkröte ist durch den Handel mit Haustieren mittlerweile auch in Europa eingeschleppt worden. In den USA gab es einen
regelrechten Reptilien-Boom, neben Alligatoren, Kaimanen und Schlangen fanden auch Schnappschildkröten ins Wohnzimmer zahlreicher Amerikaner. Jedoch: Wenn die Jungtieren langsam größer wurden und
gewaltige Dimensionen erreichten liessen sie sich nur noch von erfahrenen Reptilienbesitzern halten, man war mit den zuvor noch kaum ein paar Zentimeter messenden Tieren völlig überfordert normal
wurden die Schildkröten welche mit Schwanz eine Länge von über einem Meter erreichen können dann ausgesetzt, manchmal auch dort wo sie völlig neue Ökosysteme vorfanden und diese mit
unvorhersehbaren Folgen veränderten. Mittlerweile ist das Halten von Schnappschildkröten weitgehend verboten oder nur unter strikten Regelungen zugelassen, leider hat der US-Reptilien-Boom jedoch
dafür gesorgt, dass sich mit der Zeit ein großer Bestand der übrigens carnivoren, also fleischfressenden Schildkröten aufbauen konnte. Normalerweise fressen die Schildkröten auf dem Seegrund
liegend Fische und Wirbellose verschiedener Größen, ihre Kiefer sind jedoch kräftig genug um auch einem Menschen die Hand abzubeissen, in Badeseen, ein berühmter Fall ist sogar aus
Mitteleuropa bekannt, waren versehentliche Angriffe ( Ausrüstung, Gliedmaßen oder weit unangenehmere Körperregionen) keine Seltenheit. Man bemüht sich die Populationen wieder einzudämmen, bis man
mit dem Projekt Erfolg hat wird jedoch noch einige Zeit vergehen.
Jäger am Gewässerrand wie der Kanadareiher sind, zumindest hier, dann gern gesehene Gäste an den Seen, ein Schildkrötengelege ist für die Vögel ein wahrer Glückstreffer.
Sonst ist der Reiher in der Gesellschaft des Menschen eher ungern gesehen, Angler beschweren sich da die Vögel den Fischbeständen schaden würden, Besitzer eines Gartenteiches sind besonders erbitterte Gegner der rasch lernenden Tiere die schnell auch völlig neue Tricks durchschauen welche die Zierfische eigentlich sicher vor dem Jäger bewahren sollten. Reiher sind eben Opportunisten die jede Gelegenheit nutzen um an Nahrung zu gelangen, auf frisch bestellten Feldern ( Wo man sie da sie auch Nager jagen gerne passieren lässt) findet man sie ebenso wie im Zoo wo sie gern mal bei der Pinguinfütterung einen Eigenanteil ergattern.
Auf jeden Fall sind diese Vögel es wert genauer beleuchtet zu werden und genau dies versucht die Meeresbucht in der baldig startenden "Reiher-Reihe", welche einen kleinen Überblick zu dieser kleinen aber feinen Gruppe von Vögeln.
Die "Reiher-Reihe" wird parallel zu den täglichen Artikeln veröffentlicht.
Bild by John Harrison
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