Thursday, 14. january 2010 4 14 /01 /Jan. /2010 20:56

511px-W-gorz_ogrodowy.jpgUnter den tausenden Arten an Fischen gibt es einige Spezialfälle, über die trotz längerer Forschung noch einiges im Verborgenen bleibt. Tiefseefische z.B, zählen zu diesen Kandidaten, jedoch erreicht man die unwirtlichen lichtlosen Zonen der Ozeane ja auch nur in Ausnahmefällen mit Tauchrobotern, so dass das Forschungsmaterial logischerweise eher gering ist. Andere interessante aber ebenso mysteriöse Fische finden sich sogar in den Flachwasseregionen: Röhrenaale. Diese Meeraale halten sich kaum in Tiefen unter 25m auf, man hält sie sogar erfolgreich in großen Seeaquarien, aber all dies nützt nichts vieles über die Tiere bleibt ein Geheimnis. Zuerst etwas Allgemeines: Röhrenaale existieren in ca. 35 Arten und bewohnen alle strömungsreichen tropischen Meeren und sie bieten einen einzigartigen Anblick. Die in Kolonien von manchmal mehreren tausend Tieren lebenden Fische leben in selbst gegrabenen Röhren, nur ihr Kopf und ein kleiner Teil des Körpers schauen aus dem Wasser heraus und wiegen sich in der Strömung (Siehe Bild unten by Boojabazooka)

Sie besitzen einen kräftigen Schwanz mit welchem sie ihre Röhre schaufeln, welche sie nach ihrer Fertigstellung wahrscheinlich nie wieder vollständig verlassen. Tatsächlich: Röhrenaale verbringen beinahe ihr gesamtes Leben an ein und dem selben Ort, der Höhle, oder besser gesagt dem Loch. Die dünne Röhre bietet gerade genug Platz dass der Aal mit seinem je nach Art bis beinahe 1m langen Körper in ihr verschwinden kann, durch von ihm abgesonderte Sekrete wird sie stabilisiert.

Die Aale sind extrem wachsam, sobald sich ein Feind oder ein ihnen unbekanntes Objekt nähert, verschwinden sie schnell in ihre Röhre. Wenn gerade keine Gefahr 791px-Cdm HPIM0244droht, fressen sie im Wasser befindliche Kleinstorganismen.

Über die Paarung und sonstiges Sozialverhalten ist jedoch z.B. nichts genaueres bekannt, man ist sich uneinig, weil bisher noch keine Kopulation o. ä. glaubwürdig dokumentiert wurde. Wie und wann die Aale sich paaren bleibt also noch zur Diskussion, ebenso wie sie aufwachsen. Zwar kennt man Eier und Larven der Tiere, wie sie heranwachsen ist jedoch ein Rätsel, das Leben und soziale Aktivität liegen also beinahe vollkommen im dunklen. 

Aber eins wissen wir, dass die Röhrenaale absolut einzigartig sind, kaum ein anderes Wirbeltier hält es so lange an einem Ort aus, selbst Seesterne und Seeigel bewegen sich weiter und über weit längere Strecken als die Aale.  Der einzige wirkliche Konkurrent im Reich der Wirbeltiere ist ein relativ naher Verwandter, der Meeraal (Conger conger), der in Teilen des nördlichen Atlantiks und den an diesem angrenzenden Meeren lebt.  Dieser Fisch ist ebenfalls dafür bekannt das er Wochen über Monate, sogar Jahre an einem Fleck verweilt.

 

von Das Meeresbucht-Team - veröffentlicht in: Fische - Community: Das Meer ruft
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