Extravagante Tarnung: Erfinderische Kopffüsser

Veröffentlicht auf von Das Meeresbucht-Team

Kraken sind einmalige Meeresbewohner, durch ihren Erfindungsreichtum überraschen sie Forscher aus aller Welt immer wieder. Was sie besonders auszeichnet sind ihre Fähigkeiten sich zu tarnen, man könnte sogar sagen, sie und andere Kopffüsser sind in dieser Disziplin unerreicht.

800px-Octopus_vulgaris.jpgErst kürzlich hat man herausgefunden wie sie sich, wenn die Tarnung mal nichts nützt, mit Hilfe von Kokosnüssen vor Feinden schützen (HIER). Ihre Wandlungskünste sind wirklich erstaunlich, sie wechseln ihre Farbe binnen Millisekunden und variieren die Muster und Tönungen so rasch und intensiv, dass man vermutet, die ihnen zur Verfügung stehende Farbpalette ist nahezu unendlich. Sie steuern die Muster die über ihren Körper wandern bewusst und nutzen sie zur Tarnung, Paarungsspielen, Jagd etc. anders als Chamäleons die sie nur dazu nutzen, ihre Stimmung wiederzugeben.

Ihr Hartteilfreier Körper (Mit Ausnahme des Papageienschnabels) erlaubt ihnen zusätzlich ihre Körperform zu wandeln, eine Art treibt dies zur Perfektion indem sie andere Tierarten nachahmt (Mimikoktopus).

Aber man muss sich nicht immer verstecken und tarnen, man kann auch auf gewohnte Weise flüchten, besonders die größeren Arten deren Tarnkünset sind so stark ausgeprägt sind bevorzugen diese Art der Feindvermeidung. Dabei wird meist auch noch eine Portion Tinte zur Verwirrung abgegeben. Wie Arten wie Octopus marginatus und  Octopus aculeatus zeigen geht es aber auch anders. Sie bevorzugen den Rückzug, aber auf eine Weise die in den Meeren einzigartig ist und sie etwas human wirken lässt: Sie laufen aufrecht auf zwei Tentakeln davon! Erst genannte Art schlingt sich sechs ihrer Gliedmaßen um den Kopf (Der eigentlich ein Sack ist welcher die Eingeweide beinhaltet) und streckt die restlichen zwei aus. Nun richtet sich die Krake auf und läuft davon. Die andere Art rollt sich ebenfalls sechs Arme um den Kopf und spreizt die anderen beiden nach Außen ab. Nun "rollt sie sich mit diesen vorwärts.

Normalerweise ist ein Knochen- oder Knorpelgerüst für diese Leistungen notwendig, aber das die dehnbaren Muskeln in den Tentakeln stabilisierende Wasser scheint ausreichend. Aber wieso fällt ein Feind der die Krake direkt vor sich davon laufen sieht auf diesen Trick herein? und wieso tarnen sich die Kraken mit den ihnen gegebenen Fähigkeiten nicht einfach?

Die erste Frage beantwortet sich etwas leichter: Der Feind erkennt keine Krake mehr in dem was er sieht, auch ein etwas ungeübter Mensch könnte leicht auf den Trick hereinfallen, man kann den Kopffüsser leicht mit etwas Treibgut oder Algenanhäufungen verwechseln. Für das Tier selbst ist diese Form der Flucht natürlich viel aufwändiger als sich einfach zu verstecken und die Farbe sowie Hautoberfläche zu verändern. Vielleicht tut der Krake es, und das wäre bei diesen intelligenten Wesen kein Zufall, um gleichzeitig noch einen Abstand zum Feind auszubauen um so ein weiteres Aufeinandertreffen zu vermeiden? Bei ihren Aktionen denken die Tiere oft in die Zukunft wie man bei verschiedenen Test heraus fand.

Auf jeden Fall sind es bemerkenswerte Meeresbewohner über die leider immernoch sehr wenig bekannt ist...

Veröffentlicht in Wirbellose

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Joachim Hantke 01/08/2010 11:54


Daswäre ein Thema zum Drehen eines "Kraken-Akrobaten-Films"!
Liebe Grüße
Joachim


Das Meeresbucht-Team 01/08/2010 22:43


So einen Film in ähnlicher Form gibt es bereits, sehr interessant, hauptsächlich aber über Tintenfische


Laila888 01/06/2010 08:37


dafür scheinen sie ja perfekt ins Meer zu passen, allein das Aussehen zeigt schon alles


Das Meeresbucht-Team 01/07/2010 20:38


Einzigartig und perfekt angepasst;)