Artikel teilen! Bionik: Tiefseeschnecke fasziniert Wissenschaftler: Tiere der Tiefsee ziehen Forscher immer wieder in ihren Bann. Sei es wegen ihres seltsamen Au ...
Tiere der Tiefsee ziehen Forscher immer wieder in ihren Bann. Sei es wegen ihres seltsamen Aussehens, der scheinbaren Unmöglichkeit sie vollständig zu erforschen,
ihrer atemberaubenden Eigenschaften oder ihrer Anpassungen. Wegen Letzterer ist eine Schnecke wieder stark in den Blickpunkt der Wissenschaft gerückt. Schnecken mit Gehäuse sind an Land sowie im
Süßwasser keine Besonderheit, im Meer dagegen trifft man sie deutlich seltener an, wenn dann hauptsächlich in Küstengewässern, an den Nordseestränden zum Beispiel. In der Tiersee hätte man sie
aber am wenigsten vermutet, jedoch ist dieser größte Lebensraum auf Erden immer wieder für Überraschungen gut, und ein Tier was an glühend heißen Tiefseeschloten im Mittelatlantischen Rücken
(Der, wenn man die unterseeischen Gebirge mit zählt, längsten Bergkette der Erde) lebt ist meist eine Kuriosität. An diesen sogenannten schwarzen Rauchern (siehe Bild) explodiert das Leben, sie
bilden die Basis für die Existenz zahlreicher Lebensformen am Grund der Tiefsee, da sie Sedimente in das Umgebende Wasser spülen die von Mikroorganismen in organische Stoffe umgewandelt werden,
ein einzigartiges Ökosystem. Neben Würmern, Krabben und sogar Fischen fühlen sich noch zahlreiche andere Wirbellose zusammen mit der besonderen Schnecke
wohl. Was ist aber nun ihr Geheimnis? Es ist die Struktur ihres
Gehäuses die nicht einfach nur einen kalkhaltigen Schutz bildet, das Schneckenhaus ist ein Meisterwerk der Evolution. Um dem immensen Druck in der Tiefe auszuhalten aber trotzdem genügend
Bewegungsfreiheit zu liefern ist es in drei Schichten aufgebaut: Die erste bildet eine feste, massive Hülle, der genaue Aufbau ist noch nicht entschlüsselt jedoch weiß man das zahlreiche
Eisensulfidpartikel eingelagert sind, ein effektiver Schutz. Die zweite Schicht besteht aus einem erstaunlich flexiblen, fügsamen und formbaren Stoff, die perfekte Federung. Die letzte Hülle ist
wieder massiv und hält die weiche Schicht so davon ab sich zu sehr zu verformen. Diese Mischung verschafft dem Schneckenhaus eine enorme Stabilität, dazu lässt sich das Gehäuse leicht
transportieren, ein einfaches großes aber nur aus einer Schicht bestehendes Haus nach gewöhnlicher Schneckenmanier hätte in der Tiefsee nicht ausgereicht.
Durch ein Computermodell testeten einige Wissenschaftler die Eigenschaften des Schneckenhauses und stellten seine zahlreichen Vorteile fest. Man ist fasziniert von der Schnecke, die bei ihr vorhandenen Eigenschaften kann der Mensch schließlich ebenfalls nutzen: Helme, Anzüge für Spezialeinheiten/Astronauten, Fahrzeuge, Pipelines, alles mögliche könnte man nach dem Gehäuseprinzip verbessern, Bionik also, lernen von der Natur. Dieser Zweig der Technik gewinnt immer mehr Anhänger und Wissenschaftler, welche Eigenschaften von Organismen erforschen und auf menschliche Techniken übertragen. Wasserabweisende Oberflächen aller Art, Antiseren, neuartige Werkstoffe, künstliche Spinnenseide etc. sind nur der Anfang einer langen Kette deren Gebrauch uns (hoffentlich) vielleicht etwas an die Natur heran führt. Und es lohnt sich, wie man am Beispiel einer kleinen Tiefseeschnecke wiedermal sehen kann...
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