Bangen um die Aale: Droht baldiges Fangverbot?

Veröffentlicht auf von Das Meeresbucht-Team

Der Ron-Offermans.jpgeuropäische Aal ist dem Aussterben näher als je zuvor. Jahrhundertelange Jagd hat den Beständen des Fisches stark zugesetzt. Das Problem ist dass Aale extrem lange benötigen um die Geschlechtsreife zu erreichen, noch dazu unternehmen sie lange Wanderungen während dieser Zeit. So braucht ein europäischer Aal gut und gerne 10 Jahre bis er bereit für die Paarung ist. Als Ei in einem Flusslauf angelegt wandern die Jungen die verschiedenste Stadien durchlaufen erst ins Meer um dann über den Atlantik in die Karibik zu reisen wo sie sich paaren. Wegen diesen speziellen Anforderungen lassen sich Aale nicht in Aquakulturen halten , die Zucht ist unmöglich. Dadurch erschließt sich von selbst dass jeder Aal der auf den Tisch kommt Wildfang und somit eine Entbehrung für den schwächelnden globalen Bestand ist.

Wegen dieser Bedrohung durch die immernoch hohe Nachfrage an Aal sind Experten der Meinung man müsste sofort die drastischste aller Maßnahmen ergreifen: Ein komplettes unumgehbares Fangverbot muss her. Aber wie man sich leicht vorstellen kann findet dieser Vorschlag bei Aalanbietern und deren Käufern kaum Unterstützung. Die Bestände bräuchten 60 bis 90 Jahre für eine angemessene Erholung, sogar bei komplettem Fangverbot, so neue Schätzungen.

Bereits heute wird in den Fanggründen nur noch 1% der ursprünglichen Fänge eingeholt, wie soll es weiter gehen? Man berät sich, bald wissen wir mehr....

(Bild by Ron Offermanns)

Veröffentlicht in Bedrohungen

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Joachim Hantke 12/30/2009 11:57


Vielleicht sollten Schutzgebiete eingerichtet werden, und der Fang auf einige Gebiete beschränkt werden.
Liebe Grüße
Joachim


Das Meeresbucht-Team 12/30/2009 12:12


Das Problem ist, dass man für Aale keine Schutzgebiete einrichten kann weil sie ein Leben lang wandern, man müsste viele Europäische Flüsse, große Teile des Atzlantiks und die Karibik zum
Schutzgebiet erklären!